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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
Aktuelle Zeit: 10.09.2010, 09:07:00




 Ist Taubheit erstrebenswert?


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Spitzenmitglied



offline
Okay, dann mache ich den Anfang.

Ich finde die Frage gehört nicht gestellt! Sie verletzt.
Und bedenke bitte bei der nächsten Frage, ob du die Gefühle derer verletzt, denen du sie stellst!
Denke an die Vergangenheit derer, denen du die Frage stellst.

Auch wenn du es nicht gesagt hast, die Gehörlosen haben diese Meinung immer und immer wieder in den Kopf getrichtert bekommen - vergessen kann man es nicht.

Frohe Ostern -
Karin



gehörlosenfreak
gehörlosenfreak



offline
@pnin

Zitat:
das Problem ist, dass Du mit dem Ausdruck "audiophob" nicht klar
ausdrückst, was Du meinst. Es klingt so als ob Du Angst hättest vor
Hörenden, so wie Leute mit Arachnaphobie Angst vor Spinnen haben (nicht
die Angst, dass sie Spinnen werden könnten).

Gehen wir mal dem "audiophob" langsam nach.
Schauen wir mal den Anarchophobie nach: Es heisst, man hat da Angst vor
Spinnen.
Was sind also Spinnentiere? Anarchida (griechisch)
http://de.wikipedia.org/wiki/Spinnentiere
Meinst du aller Ernstens das "Audidas" Hörenden sind? ja freilich. Ich
glaube nicht dass du darüber weiter diskutieren willst.
Was ich mit audiophob interpretiere ist die Angst vor dem Hören, nicht vor
Hörende!
"Audio.." bezieht sich für mich auf "auditive Wahrnehmung".
Desweiteren ist das für mich fiktiv, weil audiophob gibts in der
deutschsprachige Lexikon gar nicht, daher kann jeder beliebig
interpretieren wie er will. Ich definiere es als Angst vor dem Hören, nicht
vor Hörende.
:)
"audiophil" heisst laut wissen.de definitiv nicht die Liebe zum Hören. Also
passt eh.

Aber da weichen wir ja vom Thema ab und ich möchte auf dein
Eingangstext zurückkommen:
Zitat:
Ich schreibe absichtlich von "erstrebenswert", weil es mir nicht
darum geht, mit einem Zustand, der sich nun mal so ergeben hat, zurecht
kommen zu müssen. Vielmehr geht es mir um die Frage, ob dieser
Zustand auch dann erstrebenswert ist, wenn man die Wahl hat bzw. hätte.

Ferner interessiert mich, wie die Antworten mit der Gebärdensprache und
der Gehörlosenkultur zusammenhängen bzw. von dieser abhängen. Meines
Erachtens ist es nämlich so, dass die Gebärdensprachen und die
Gehörlosenkultur nicht zwingend mit Taubheit verknüpft sind. Gebärdensprachen können auch von hörenden Menschen benutzt werden -
unzählige CODAs und Gebärdensprachdolmetscher geben davon ein
beredetes Zeugnis ab. Wenn man die Gebärdensprache und die dazu
gehörige Kultur also weglässt, was bleibt dann? Ist es dann auch
erstrebenswert, taub zu sein?

Zu deiner zweiten Passage möchte ich fragen: Nehmen wir an, wenn die
Lautsprache und die dazugehörige Kultur also weglässt, ist es
erstrebenswert als Hörende/Mensch auf die Welt zu kommen und wie Tiere
zu leben (ohne zu kommunizieren, in Rudeln etc.)?
[hm]
... :)

Manche Dinge sind unzertrennbar verbunden. Kausalität. Ursache und
Wirkung. Ist man Taub hat man eine Kultur. Ausser wie bisher es passiert,
man zwingend in die Hörende Welt integriert zu werden. Aus dieser
Entwicklung ist logischerweise die Antwort auf deine Frage negativ...
Hier stellt sich dann wieder die Frage nach dem "zwingend". Darüber kann
man wieder endlos polarisiert diskutieren.
lg deafmax


---
Ich bin taub, ergo bin ich.



Mitglied



offline
Hi Babe,

du schreibst
Karin hat geschrieben:
Gut, dass du das nachgeschoben hast....aber lass das niemanden lesen, der radikal in der Behindertenszene arbeitet. Und weißt du was, die Ellenbogengesellschaft wird ohne Moral und Ethik und mit dem Technikglauben schon noch sehen wo sie hinkommt.... da pfeif ich drauf. Da ist mir Kultur und Zusammenhalt, Ethik, Moral und und und viel mehr Wert! Und von mir aus auch erstrebenswerter ;-)


Wieso soll man sich vor der Wahrheit denn verstecken?
Ich gebe zu es war etwas überspitzt formuliert, aber durchaus mit Absicht.
Man sollte doch das Kind beim Namen nennen dürfen. Oder warum glaubst Du denn gibt es so viele arbeitlose Behinderte? Auch GL.
Und ich redete nie, wie man anderswo verstanden haben will, von einer Unterlegenheit der DGS im Vergleich zur Lautsprache. Quatsch! Darum geht es gar nicht. Das Thema ist lange durch. Die Gleichwertigkeit längst bewiesen. Ich sagte schon oben, einen Ausländer trifft es u.U. genauso wie jeden anderen der auf fremde Hilfe angewiesen ist. Es ging mir viel mehr um die Problematik der Andersartigkeit in der Gesellschaft und dessen Akzeptanz.
Und hier ist nun mal Fakt, das Andersartigkeit, vor allem bei der Kommunikation, ein Hemmschuh darstellt, da es Abhängigkeiten schafft, z.B. eben Dolmis. Und das ist leider lange nicht alles.
Wie sagte Waldorf bzw. sein Magazin so schön "Die Heimat des GL ist sein Verein". Richtig, aber bevor er dahin kommt ist er 95% seiner Zeit dieser Andersartigkeit ausgesetzt in der real existierenden Gesellschaft die weit weg ist von jedem GL-Kultur Verständnis und letzteres auch nie erlangen wird (Dazu muß man kein Prophet sein um das zu erkennen). Und kein Betroffener hier wird widersprechen wenn ich behaupte das diese Andersartigkeit Leiden schafft. Tagtäglich. Diese Leiden würde ich keinem Individuum freiwillig zumuten, quasi auf Bestellung, nur um die GL Kultur als solches zu erhalten. Das wäre aus meiner Sicht ein absurder Gedanke.

Den Rest hat Boghi schon weiter oben gesagt. Dessen Worten bzgl. Respekt, Kampf und Anerkennung is nichts mehr hinzuzufügen.

Late


Anyway the wind blows...



Spitzenmitglied



offline
Karin, Late,
Ironie ist ab und zu auflockernd.
Aber wenn Beiträge mit "ihr zwei Süssen" oder
"Hi Babe" begonnen werden, verstehen andere TeilnehmerInnen
erstmal nicht.
Ich hab eben im Tread gescrollt auf der Suche nach "Babe".
Hab schnell erkannt, "Babe" ist eine Retourkutsche
auf "ihr zwei Süssen". Aber wie ich die Gl kenne, suchen einige
vergeblich im ganzen Forum nach einem Teilnehmer mit Nickname
"Babe".
b



Mitglied



offline
@Deafmax, ich darf ja - laut Karin Kestner - eigentlich nicht mehr antworten, denn ich habe eine unfragbare Frage gestellt. Dabei ist Deine Frage, die Umkehrung meiner Frage, gar nicht mal schlecht! Darüber könnte man nachdenken, wenn sich nicht die Frage stellt, ob die Umkehrung von unfragbaren Fragen auch unfragbar sind. Schwierig wird es dann aber mit Deiner Aussage:
Zitat:
Manche Dinge sind unzertrennbar verbunden. (...) Ist man Taub hat man eine Kultur.

Die ist eben so nicht ganz richtig, weil sie den Spätertaubten nicht Rechnung trägt. Die sind auch taub und haben auch eine Kultur - nur ist das eben nicht die Gehörlosenkultur sondern die hörende Kultur. Ich habe schon mehrfach versucht zu verdeutlichen, wie schwierig für diese Gruppe diese Situation ist.

@Karin: Es besteht also nun neben der Tätigkeit als Dolmetscher auch noch eine als Zensor. Gut! Vielleicht besteht über die Ostertage mal Zeit und Muße, die geäußerte Meinung konsequent zu Ende zu denken!

Vielleicht ist es dann auch möglich, zwischen dem Kollektiv und dem Individuum zu differenzieren. Weder kann ich etwas für das Unrecht dieser Welt, dass seit Anno Tuck an wem auch immer verübt wurde, noch ist mir nicht klar, wie ich die Vergangenheit all jener kennen soll, die hier eventuell mit schreiben oder mit lesen. Vollends lächerlich wird dann folgende Aussage:
Zitat:
Auch wenn du es nicht gesagt hast, die Gehörlosen haben diese Meinung immer und immer wieder in den Kopf getrichtert bekommen - vergessen kann man es nicht.
Auf gut Deutsch: Obwohl ich es nicht gesagt habe, ist das, was ich nicht gesagt habe, eine Beleidigung - und dann auch noch, obwohl ich ein Frage gestellt und keine Meinung geäußert habe. Diese Logik ... entzieht sich mir!

Pnin



Spitzenmitglied



offline
Ach Pnin, was denn nun? Duwolltest dass jemand die sagt, dass man solch eine Frage besser nicht stellt. Hab ich getan, jetzt ist es dir auch nicht Recht.
Und antworten auf Fragen kannst du sicher... eine Ausrede ist zu behaupten, es sei ein Umkehrschluss und deswegen die Frage von nicht beantwortbar.. ach weißt du...

Und tut mir leid, wenn ich wieder die Geschichte bemühen muss...
Nur weil man beim Holocaust nicht dabei war, ... den Rest schenke ich mir...

Du bist taub gewesen und du schreibst in einem Forum von Tauben, stellst eine provokante Frage, ....dann sagst du, du kannst doch nicht die ganze Geschihte der GL kennen - entschuldige, aber du googelst nach was weiß ich auch immer, google mal nach " Der Geschichte der Gehörlosen" du wirst sicher fündig!!!

Versuche die Geschichte der GL zu lesen, gehe, wie Helmut es dir vorgeschlagen hat, zu den Veranstaltungen, ich glaube, dass du diese Frage hier nicht mehr stellen würdest! Und ich empfehle dir jetzt in die GL Schule von Berlin mit offenen Augen zu gehen.

Ich bin für ein paar Tage in Urlaub
Frohe Ostern
Karin



Mitglied



offline
Frau Kestner, auch wenn Sie es nicht glauben, aber ich kenne durchaus die Geschichte "der" Gehörlosen! Nur kenne ich nicht die Geschichte jedes Einzelnen hier! Normaler weise diskutieren ich mit Individuen, nicht mit einem abstrakten Kollektiv!

Ihre Verdrehungen werden aber immer amüsanter: Ich fragte:
Zitat:
Und wenn Du oder jemand anderes der Meinung ist, eine solche Frage dürfe (...) nicht gestellt werden, dann sollte er das klar und deutlich sagen.
Daraus wird bei Ihnen nun:
Zitat:
Du wolltest dass jemand die sagt, dass man solch eine Frage besser nicht stellt.
... amüsant!

Pnin



Spitzenmitglied



offline
Es ist gerade unhoeflich, eine Fangfrage zu stellen und dann jede unangenehme Meinung vom hohen Ross herab niederzumetzeln. Posters zeigen gerade, dass du deine Ansicht ueber deine Frage hier veroeffentlicht solltest. Es ist eine Frage der Redlichkeit oder Fairness. Wir wissen schon, wie du persoenlich Taubheit empfindest. Alte Suppe! Aber nicht ob sie ueberhaupt (allgemein) erstrebenswert ist.

Du Deutsch-Muttersprachler und viel maechtiger im Wortwahl und sonstigem Gebrauch der deutschen Sprache als fast alle hier bist, nehme ich an, dass du deine Eingangsfrage sorgfaeltig formuliert hast. Deine Frage ist doch

Ist Taubheit erstrebenswert?

Du hast nicht so gestellt: "Ist dir/euch Taubheit erstrebenswert?"

Wie du die Frage so gestellt hast, wird Taubheit als Objekt einer Betrachtung genommen, Taubheit als Wert oder Unwert (wie Krankheit oder Defekt). Distant als Objekt, wie wenn man etwas in der Hand begutachtet. Das ist zugleich eine Betrachtung, ob Taubheit gut und eine Existenzberechtigung hat oder nicht. Also Menschheit/Welt/Existenz wird hier angesprochen, nicht ein einzelnes Individuum.


Hartmut



gehörlosenfreak
gehörlosenfreak



offline
@pnin
Zitat:
Die ist eben so nicht ganz richtig, weil sie den Spätertaubten nicht Rechnung trägt. Die sind auch taub und haben auch eine Kultur - nur ist das eben nicht die Gehörlosenkultur sondern die hörende Kultur. Ich habe schon mehrfach versucht zu verdeutlichen, wie schwierig für diese Gruppe diese Situation ist.

Das ist mir durchaus bewusst. Wenn man nicht genau genug durchleuchtet (prälingual ertaubt haben eine ganz andere "Kultur" als Spätertaubten im Kinds/Jugend/erwachsenalter), kann man es leicht mißinterpretieren. Wie beispiel ich mit "Ist man taub hat man eine Kultur" fühlst du dich nicht angesprochen weil du ja nicht seit fast geboren taub bist, aber für mich trifft es durchaus zu: Spätertaubten erleben auf ihre Art eine Umgang mit Menschen und Kommunikation, das würde ich auch Kultur nennen, wenn auch es nicht mit Taubheitskultur zu vergleichen ist. Aber darum geht es hier nicht.

@Hartmut
Zitat:
Es ist gerade unhoeflich, eine Fangfrage zu stellen und dann jede unangenehme Meinung vom hohen Ross herab niederzumetzeln.

Das ist für eine friedlichen Miteinander wirklich sehr hilfreich... [roll] [nerv]

lg deafmax


---
Ich bin taub, ergo bin ich.



Mitglied



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***Spätertaubten erleben auf ihre Art eine Umgang mit Menschen und Kommunikation, das würde ich auch Kultur nennen, wenn auch es nicht mit Taubheitskultur zu vergleichen ist. Aber darum geht es hier nicht. ***

Warum nicht?
Wir sind viel weniger.
Wenn ich durch die Stadt gehe, ist die Chance groß 1,2,3 oder mehr Gl zu treffen, aber keinen Spätertaubten in dem Sinn...
Deswegen wünsche ich mir aber nicht mehr davon, also anderen dieses "Schicksal", nur um endlich auch eine gute Gemeinschaft und eigene Kultur aufbauen zu können.
(wohlgemerkt "Schicksal" in "" und nicht- nur- negativ gemeint ) [wink]


L.G.
Conny

Zweifler siegen nie-Sieger zweifeln nie!



Spitzenmitglied



offline
Thema,
Pnin hat eine philosophische Frage - Kopfnuss
"Taubheit erstrebenswert" gestellt,
eine Frage wie auch die vielen philosphischen Fragen - Kopfnüsse von bengie.

Was ist daran falsch?
Auf Fangfrage kommt immer eine Gegenfangfrage.

Alle sind mit Eifer dabei diese Kopfnüsse zu knacken.

Ein tiefschürfendes Wortspiel mit allem drum und dran, hin und her,
sehr interessant und eine Fall-Bereicherung für das Forum.
Die Fachliteratur wird um diesen Mosaikstein ergänzt.

Die Unterstellung "Auf hohen Ross andere Meinung niederzumetzeln",
ist ein billiger Notnagel.

Eine friedliche Koexistenz, die wird es niemals geben,
wie auf die "Audismuskeulen" nicht verzichtet werden kann.

Schöne Ostern // yz
--



Mitglied



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@Hartmut - ganz ehrlich: Ich verstehe Dein Posting nicht! Mir ist nicht klar, worauf Du hinaus willst. Mir ist nicht klar, warum es mehr als 2 Seiten dauert, bis jemand auf die Idee kommt, die Frage könnte eine Fangfrage sein. Sie ist nicht als solche gedacht - dazu später noch ein paar Anmerkungen! Deine martialische Sprache (metzeln, Ross etc. pp.) ... sie spricht für sich.

Mir ist auch nicht klar, warum es einen Unterschied machen soll, ob ich frage: "Ist Taubheit erstrebenswert?" oder ob ich frage "Ist Taubheit für Dich/Euch erstrebenswert?" - in beiden Fällen ist die Taubheit das Objekt der Betrachtung: Was ist erstrebenswert? Und warum ist etwas erstrebenswert? Was ist das Problem, an dieser Frage? Denn: Der Zusammenhang sollte doch deutlich geworden sein und wurde im Eingangsposting eigentlich auch klar genug erwähnt: Die Debatte um das "Designer-Baby" in England. Ginge es dort um den Wunsch der Eltern, Kind mit blauen Augen zu bekommen, so hätte ich gefragt: "Ist Blauäugigkeit erstrebenswert?" Eine Fangfrage kann ich darin nicht erkennen. Und: Es geht sehr wohl um ein Individuum, nämlich das "geplante" Kind! Deswegen fragte ich nicht: Fühlt man sich als tauber Mensch wohl in seiner Haut? Stattdessen sprach ich von erstrebenswert, weil ich wissen wollte, ob es Gründe gibt, geben könnte, ganz bewusst ein taubes Kind zu "designen".

Dein Posting demonstriert aber sehr schön ein grundsätzliches Problem: Es ist leider mehr und mehr zur - in meinen Augen - Unsitte geworden, in Aussagen mehr hinein zu interpretieren, als wirklich gesagt wird. Sagt jemand: "Puuuh, heute ist es aber warm!" - zack! - titelt die Bild-Zeitung, dass uns der Klimawandel alle braten wird! Hier im Forum (vielleicht auch in anderen - das wäre ein interessantes Thema) kommt erschwerend zu, dass einige hier ideologische Brillen tragen, die Aussagen und Fragen mit einem Ballast beschweren, unter dem viele Diskussionen zusammenbrechen müssen. Bestes Beispiel ist Karin Kestners Aussage, dass auch wenn eine Meinung nicht geäußert worden sei, diese doch beleidigend ist.

Ein anderes, milderes Beispiel ist die Signatur von Deafmax und sein Begriff "audiophob". Was muss man nicht alles wissen, um den Begriff nicht mißzuverstehen. Wie gesagt: Ich möchte nicht wissen, wie dieser Begriff auf frisch ertaubte Menschen wirkt.

Ich persönlich finde das schade und irgendwie auch unlogisch. Die Gl-Gemeinschaft weist immer wieder auf die Schönheit der Gebärdensprachen hier und argumentiert mit der Vielfalt der Sprachen - durchaus zu recht. Auf der anderen Seite wird diese Vielfalt dann aber wieder durch ideologische Scheuklappen beschnitten, wird der Reichtum der Sprache eingeschränkt, weil Denk-, Frag- und Formulierungsverbote implizit oder explizit aufgestellt werden.

Pnin



Mitglied



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Pnin, du hast wahrlich die Sätze nicht gesagt, solltest daran bedenken, dass du ein Klima der Abwertung der lebenden tauben Menschen mit der unbedachten und schlecht formulierten Anfangsfrage erzeugen kannst. Es sieht wirklich nach einer Frage der Existenzberechtigung aus, solltest nachdenken, woher du dir erlauben kannst. Genauso wie die unsinnigen Äusserungen von Late ("halbwertig"....)

Es kommt wahrscheinlich her, dass ihr ein veraltetes Modell im Sinne habt. Es ist ein kausales Schädigungsmodell: Schädigung - Beeinträchtigung - Behinderung. Das kommt eben von den Schädigungen her, das müsste eben wegtherapiert oder behandelt werden. Das ist auch in dem Erklärungsmodell ICIDH von der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr 1980. Das ist zu medizinisch gedacht.

Es gibt das neueste Modell ICF von der WHO nach 2000. Heute werden die Kontextfaktoren aus der Umwelt mitberücksichtigt. Die Schädigung ist eine medizinische Seite und die Behinderung ist eine psychosoziale Seite. Also von der Beziehung zwischen den Behinderten und der Umwelt. Die Umwelt hat vielmehr die Behinderung erzeugt. Die Behinderung ist vielmehr die soziale Ausdrucksweise und Begleiterscheinung der Schädigung.

Schädigung ist ein "medizinisch wertneutraler" Sachverhalt, Behinderung ist eine wertende Einstufung. Behinderung ist etrwas, was nur in der Gesellschaft eintritt, abhängig auch vom aktuellen Zustand der Gesellschaft.

Das erklärt auch, warum die neueste UN-Konvention so modern ist und ein grosses Mass von Empowerment behinhaltet. Dort wird erklärt, dass die beeinträchtigten Menschen von der Gesellschaft nicht behindert gemacht und daher nicht schlechter behandelt werden dürfen. Sogar sind sie als eine Bereicherung für die Welt anzusehen.

Also im Gegenteil, wie du, Late, uns erzählt hast. Überdenke einfach deine drastischen Worte. Das entspringt aus deiner beeinträchtigten Wahrnehmung. Natürlich nicht so direkt von dir, sondern die Gesellschaft hat dir so eingeredet. Wie bei vielen behinderten Menschen so passiert ist, genauso bei den Hörbehinderten. Wir müssen eben die schlechten und audistischen Einflüsse erkennen und wegmachen. Auf zu einem friedlichen Miteinander [wink] , wie Deafmax auf den Punkt gebracht hat!

Frohe Ostern!



Mitglied



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Voghel, unser Beiträge überschnitten sich zeitlich. Es ist aber faszinierend, was ich alles im Hinterkopf gehabt haben oder noch haben soll. Weißt Du, ich habe auch ganz praktische Erfahrungen gemacht ... vielleicht stellst Du die auch mal in Rechnung oder erfragst sie und machst Dir nicht so viele Gedanken über mein Hinterstübchen. Da sorge ich schon selbst für Ordnung ;). Noch eine rein methodische Anmerkungen: Modelle sind etwas schönes. In der Wissenschaft müssen sie allerdings ihr Anwendbarkeit und Nützlichkeit in der Realität beweisen. Wie sieht es damit aus?

Pnin



gehörlosenfreak
gehörlosenfreak



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@pnin, verzeih wenn ich wieder auslinke, aber möchte etwas erklären.
Zitat:
Was muss man nicht alles wissen, um den Begriff nicht
mißzuverstehen. Wie gesagt: Ich möchte nicht wissen, wie dieser Begriff
auf frisch ertaubte Menschen wirkt.

Ich bin praktisch taub geboren, kenne das Hören nicht, habe mich durch
Tiefen durchgekämpft das Nichthören zu akzeptieren und ich fand auch
diesen Akzeptanz. Das ist nun schon so lange her, dass ich meine "Welt"
nun kenne. Auf dieser Weg fand ich auch viele Schönheiten, Situationen,
Herausforderungen die ich nur die Taubheit zu verdanken habe.
Wenn ich hörend wär, gibt es viele Dinge davon, auf die ich verzichten müsste.
Demgegenüber gibt es immer noch Bestreben danach, aus taube
Menschen hörenden zu machen. Diese Gedanken ist für mich schrecklich.
Also dass ich wieder hörend werden müsste kann ich mich einfach schlicht
nicht vorstellen.
Und letztendlich ist es natürlich provokativ "audiophob" zu verwenden.
Doch diese bleibt fiktiv, weil dieses Wort nicht gibt. (Ausserdem wie
geschrieben bezieht es aufs Hören, nicht auf Hörende.)

In deiner Zitat stellt sich die Frage, ob die frisch ertaubten Menschen
"angesprochen" fühlen? Sie werden mich für verrückt halten. Aber ich
werde niemals sagen, dass Audiophobie auch für sie gelten! Sie haben
völlig andere Erfahrungen und für sie ist es meistens schwer, mit der
Ertaubung zurechtzufinden. Dafür habe ich vollstens Verständnis.
Ich dagegen KENNE das Hören nicht. Man muss diese Einstellungen gar
nicht auf andere schliessen, wie Hartmut das leider sehr oft macht...
Genauso wie du, dass ich dich so verstehe, man sollte Taubheit nicht
erstrebenswert finden (ergo, man KANN es nicht erstrebenswert finden,
Gründe gibts dafür genug).
Zitat:
ideologische Scheuklappen

Ist autarkes Denken nicht erlaubt? Ich bin stets bestrebt immer anderen
zu respektieren. Und wenn ich eine Meinung habe die anderen nicht
passen, trage ich in dem Fall ideologische Scheuklappen? Wenn man es so
sehen will ...schade [neutral]

Die Diversität von Menschen mit Hörbehinderung ist unvermeidbar und zu
respektieren, aber es muss immer Wege geben, beim Miteinander zu
bleiben, für ihre Rechte und Bedürfnisse zu kämpfen. Dazu gehört auch
Verzichte, wie z.B. man absolut nicht einverstanden ist wenn gl
Elternpaare "voreingestellt" gl Kind wollen. Diese Eltern muß ihrem
eigenen Handeln bewusst sein, auf was sie sich da einlassen.

lg deafmax


---
Ich bin taub, ergo bin ich.



Mitglied



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Aber selbstverständlich! Das Modell ICF ist schon in der Behindertenpolitik in Deutschland und anderen Ländern angewendet worden. Siehe die Gleichstellungsgesetze und die europäische Antidiskriminierungspolitik, ohne dieses Modell wären wir nicht weiter gekommen. Nicht zuletzt selbst die UN-Konvention vom Ende 2006!

Es ist in der Behindertenpädagogik auch keine Frage mehr mit der Berechtigung des Modells. Es gibt bei uns auch die Soziologie der Behinderten als wissenschaftliche Disziplin in der Behindertenpädagogik. Weiterhin sind die Disability Studies und Deaf Studies noch im Kommen!

Kannst selbst an der Rede von Sozial- und Arbeitsminister Scholz mit Behindertenbeauftragten beim Neujahrsempfang erkennen:
http://www.bmas.de/coremedia/generator/ ... ragte.html



Mitglied



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@Deafmax, okay - gebongt! Du willst mit Deiner Signatur provozieren und es ist Dir letztlich egal, wie frisch ertaubte darüber denken! Habe ich kein Problem mit - sei Dir unbenommen!

Nur, warum darf ich dann nicht provozieren - gesetzt den Fall ich würde provozieren?

Und um Dich zu beruhigen, ich unterstelle weder allen hier noch Dir im Speziellen ideologische Scheuklappen - nur einigen! Es besteht ein Unterschied zwischen Scheuklappen und einfach anderer Meinung sein.

@Voghel, mir ist nicht klar worauf Du hinaus willst. Soweit ich das sehe, ist das ICF ein Klassifizierungsmodell, dient also der Einordnung von Phänomen, zu deren Beschreibung. Es modelliert in diesem Sinne keine Prozesse! Außerdem besteht es aus einer Vereinigung zweier Ansätze, die man kurz als medizinisches Modell (Behinderung ist nur (im Sinne von allein) ein körperliches Defizit) und dem sozialen Modell (Behinderung ist nur ein soziales Konstrukt) bezeichnen könnte. Nichts desto trotz scheint mir der Begriff der "Gesundheitsstörung" durchaus noch einen zentrale Rolle zu spielen. Ist es nicht so, dass die Art und das Ausmaß einer "Gesundheitsstörung" bestimmen, wie weit sich bestimmte Barrieren auswirken? Es wurde von mir ja nie bestritten, dass auch die Gesellschaft für Barrieren verantwortlich ist. Mich stört nur eine Reduktion auf bloß diesen einen Aspekt. Genauso "kurz gedacht" ist es, in Behinderung bloß ein medizinisch-technisches Problem zu sehen. Natürlich ist "Behinderung" ein komplexes Phänomen, ein Zusammenspiel aus medizinischen und gesellschaftlichen Prozessen. Und was folgt daraus? Folgt daraus nicht, dass man dieses Phänomen auch auf vielen Ebenen angehen kann, nämlich auf einer medizinisch-technischen als auch auf einer sozial-politischen?

Pnin



Spitzenmitglied



offline
Hartmut,
das Wort "Fangfrage" habe ich hier in die Diskussion gebracht.
Ich habe gesagt, das taub geborene Gl mit tauben Eltern die Frage
"Ist Taubheit erstrebenswert?" als Fangfrage verstehen könnten.
Ich bin sicher, das Pnin seine Themenstellung nicht als Fangfrage
beabsichtigt hat.
Ich habe in meinem Beitrag gesagt, durch Aussagen wie
"Taubsein ist schön" etc wurde die Frage "Ist Taubsein erstrebenswert"
regelrecht herausgefordert.

Hartmut missbraucht jetzt das Wort "Fangfrage" gegen Pnin ohne
meinen Hinweis zu berücksichtigen, das "Taubsein ist schön" für
Späties eine Provokation ist.
Übrigends glaube ich, auch die beruflich in der hörenden Welt
ihren Lebensunterhalt erarbeitenden Gl würden es als üble
Provokation auffassen, wenn ihnen jemand ins Gesicht sagt:
"Taubsein ist schön."



Neuling



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Deafmax,

lange habe ich nichts geschrieben, gelesen immer wieder. Zum Thema finde ich, dass du am 20.3. um 11:40 uhr mit deinem Beitrag den punkt getroffen hast.
Akzeptanz vom eigenen Leben, durch Tiefen gehen, Schönheiten finden, wenn etwas erstrebenswert ist, dann d a s. Es ist für uns alle, egal wie wir auf die Welt gekommen sind, unendlich schwierig und unendlich gut zugleich.
Wenn wir das zu einem Millionstel verstanden haben, dann ist es klar, dass wir auch andere Gedankengänge akzeptieren, uns über nichts erheben, aber den Weg zum Leben, zum Verstehen, zur Akzeptanz weitergehen. Es gibt keinen schmaleren Weg, aber es gibt auch keinen anderen Weg. Und dieser Weg ist für niemanden gleich.
Es ist gut ICH sein zu dürfen.

Uwe.



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Pnin, darf ich dich was fragen. Worauf willst du hinaus? Hast du etwas gegen die Gehörlosen Menschen?
Welche Seite dann befürwortest du? Befürwortest du der pathologische Haltung oder der soziokulturelle Haltung.

Wie ich diese Diskussion verfolgt bin, lese ich und ich fühle mich so an, als ob du in der Macht bist und du bekämpfst gegen die Argumente mit der soziokulturelle Haltung, die positives beigetragen hatte.
Die Gehörlosen Menschen wollen helfen und warum verschafft sich durch schlechte Gehör zu den pessimistischen Vorstellungen. Diese Schuld sind nicht wir und es ist der eugenische Einfluss und der Schuld in Europa ist der Schweiz, die zur Erfindung gebracht wurde (Auguste Forel) und heute noch haben die Mediziner im Hintergedanken, dass wir Unfruchtbar, Erbkrank und Dumm sind. Und in Amerika ist der Alexander Graham Bell der eugenische Propagander, die bedauerlichweise durch den Telefonerfindung göttlich wurde.

Ich möchte es damit nur sagen, dass es immer wieder Fehler gibt von der "Nichtwisser" über die soziokulturellen Menschen. Die Gehörlosen ist immer die Unschuldige und möchte denn Grossgesellschaften gutes Werk geben. Das sind die Gebärdensprache, die ich schon seit langem behaupte, dass die Hörende viel von der Seele und intensiven Gefühle davon profitieren können.

Hast du überhaupt das Buch von Harlane Lane gelesen "Mit der Seele hören - Die Lebensgeschichte des taubstummen Laurent Clerc und sein Kampf um die Anerkennung der Gebärdensprache" und "Die Maske der Barmherzigkeit" gelesen. Dies Beweist es, wie ich schon erwähnte über die "Nichtwisser", die die Fehler immer wiederholte.
Wenn du dieses Buch weder kennst noch gelesen hast. Ist es für mich sinnlos mit dir einen Kampfdiskussion zu führen. Jeder macht nun mal Fehler und jeder beschämt sich es zu vergeben. Es sind die Menschheit. Wenn du dich vergibst, respektiere ich dich sehr. Ich weiss jeder sind kein schlechter Mensch, aber jeder steht unter einer Einfluss durch den Glaubwürdigkeit und Vertrauens.

Weisst du was ich glaube. Ich glaube schon seit langem, dass die Behinderte Menschen der Grundlage für uns alle zum positives Lernen bringen kann mit positivem Charakter. Eine Herausforderung ist das für alle. Diese Menschen bringt viel Einfluss zu unsere seelische Frieden. Deshalb habe ich mein eigene Philosophie:"Wer mit den Behinderten Menschen nicht umgehen will, entwickelt man sich zur Perfektionist."
Und ich glaube schon daran, wenn man sich in der Gesellschaft perfekt verschafft, keine Behinderung und gar nichts, wirkt sich in der Gesellschaft sehr angespannt, weil sie dann wenig Spielraum für Ihr eigene Vorurteile haben um Ihre Selbstwertgefühl beizubehalten.

Glauben Sie mir. Ich bin kein Katholiker. Ich habe und ich bin in der Studium. So ähnlich wie die Deafstudie. Glauben Sie mir, ich war einer von den Mediziner abhängig und ich weiss ich war nicht schuld. Ich stand von dieser Einfluss jahrelang unbewusst und ich habe mich mein Fehler vergeben.


Deafculture is in my Heart!



Spitzenmitglied



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Weitere Links zum Thema:

Die Zeit: Recht auf Behinderung? (20. März 2008)
http://www.zeit.de/2008/13/Glosse1-13

Wunschkinder: Taubes Paar wünscht sich ein taubes Kind (14. März 2008)
http://www.wunschkinder.net/aktuell/ges ... -kind-274/


--
Wir sind die Mundfaulen. Na und? :D



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@Gulfair ... ich kann nicht ganz folgen:
Zitat:
Hast du etwas gegen die Gehörlosen Menschen?
Habe ich das geschrieben? Nein! Nur weil ich mich zu manchen Aspekten kritisch äußere? Gegenfrage: Hast Du etwas gegen spätertaubte Menschen, gegen CI-Träger?

Dann:
Zitat:
Welche Seite dann befürwortest du? Befürwortest du der pathologische Haltung oder der soziokulturelle Haltung.
Dazu habe ich mich eigentlich klar geäußert, als ich schrieb:
Zitat:
Es wurde von mir ja nie bestritten, dass auch die Gesellschaft für Barrieren verantwortlich ist. Mich stört nur eine Reduktion auf bloß diesen einen Aspekt. Genauso "kurz gedacht" ist es, in Behinderung bloß ein medizinisch-technisches Problem zu sehen. Natürlich ist "Behinderung" ein komplexes Phänomen, ein Zusammenspiel aus medizinischen und gesellschaftlichen Prozessen. Und was folgt daraus? Folgt daraus nicht, dass man dieses Phänomen auch auf vielen Ebenen angehen kann, nämlich auf einer medizinisch-technischen als auch auf einer sozial-politischen?

Mit anderen Worten: Ich halte es für falsch, Behinderung auf das bloß sozio-kulturelle Modell zu reduzieren. Genauso falsch ist es meines Erachtens, es als bloß "pathologisches" Phänomen zu betrachten. Ich bin immer skeptisch, wenn mir jemand eine Ursache für ein Phänomen verkaufen will, insbesondere wenn das Phänomen eigentlich sehr komplex ist! Im Falle von Behinderungen müssen daher beide Aspekte betrachtet werden, der medizinische und der soziale! Das hat übrigens Late auch schon gefordert und - wenn ich das sagen darf - genau diesen Punkt habe ich in einem anderen Thread (über die "Audismus"-Theorie) schon skizziert.

Pnin



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Die Medizin gaben mir das Wort "Spätertaubt" und "CI-Träger". Die soziokulturelle Gehörlosen gibt mit das Wort "Gehörlos", ähnlich "Deaf" gemeint. Was sagt dir dazu?

Das Wort Behinderung und soziokulturell Model basiert auf den Wissenschaft in welche Aspekte man steht. Sozialpolitische Aspekte (Politologie) erachten man auf Behinderung und in der Soziologie nennt man das soziokulturelle Gehörlosengemeinschaft, die von der Gehörlosen Menschen mit seine Sprache in eine Kultur entwickelt wurde. Die Wissenschaft haben uns die Namen gegeben und wenn du für falsche Phänomen erachtest, also mit einer Bitte:
Mach eine Studium, schreibe eine Wissenschaft mit deine These und Fragestellung. Überzeuge mal uns mit deinen Gegenargument! Das gibt mir wunder, als wenn du hier herumkritisiert. Hier in diesem Forum ergibt keinen Sinn!

Das Wort Audismus wissen wir in der Schweiz nur noch wenig und wenig davon ist mit diesem Wissenschaft begeistert. Ich weiss nun mal noch nicht, was genau das ist und mit diesem Thema kann ich noch nicht diskutieren. Diese Theorie stammt von Amerika und die meisten bei uns ist jedoch kritisch, weil in Amerika und in der Schweiz die Sozialpolitik anders läuft, können wir deshalb schwer propagieren.


Deafculture is in my Heart!



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Gulfair, Du hast meine Frage nicht beantwortet: Hast Du etwas gegen spätertaubte Menschen, gegen CI-Träger? Das hat überhaupt nichts mit Medizin zu tun - da geht es schlichtweg um Menschen, die nach dem Spracherwerb ertaubt sind und - eventuell - ein CI tragen! Mir ist auch nicht klar, warum man sich zwischen den beiden Modellen entscheiden soll. Die Realität ist nun mal so komplex, dass man mit einer einfachen Erklärung nicht weiter kommen wird.

Pnin



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Warum sollte ich gegen diese Leute sein, obschon ich auch eine bin?

Ich glaube, du verstehst einiges Falsch. Die Fachwörter ist nicht durch uns entscheiden worden. Es hängt von der Theorie, Haltung und Aspekt des Studiums ab, die durch das Wort gewählt wurde unter anderem Einfluss.

Das Fachbegriff, die durch den Hörstatus bestimmt wurde, haben die Mediziner uns stigmatisiert. Die nur auf das Gehördefizit handelt und meistens sehr negativ als Menschensein beeinflusst wurde, ohne die als Kultur, Psychologie, Soziologie, Identität zu berücksichtigen.
Die Anfangs der 20.Jahrhundert durch den Taubstummenzählung angefangen hatten, die man in der soziale Gemeinschaft weniger behinderten Menschen haben wollen. Das waren die Ideen der Eugeniker und die Politker sind froh darüber, dass Sie kosten sparen können.

Danach gibt es eine andere Perspektiven, die Gehörlosen Menschen als positiv angesehen wurde, die durch die Sprache und Kultur komplexe Wissenschaft entstanden. Wie Linguistik, Psycholinguistik, Sprache, Kultur und Identität erforscht wurde, durch andere Fachwörter entstanden. Deshalb weil es einen Konflikt der zwei verschiedenen Sicht entstanden wurde, können wir deshalb keine Säuberungsaktion machen. Dies ist eine Kampf für die Wissenschaft in der Universitäten und Hochschulen.

Du musst wissen und auch akzeptieren können. Das Psychologie, Identität, Sprache, Kultur und Soziologie eine Geisteswissenschaft ist, die nicht leicht wie in der Naturwissenschaft mit Maßstab 1:1 definiteren werden könnte.

Die Menschheit ist mit Komplexität gebunden, deren es immer mit Geisteswissenschaft ergibt, die vor allem sehr schwierig und sehr sorgfältig untersuchen werden müssen mit zahlreichen Beweismaterialien vorlegen werden müssen.

Deshalb kannst du nicht durch komplexe Fachwörter darüber klagen. Man muss immer schauen, wesen Seite du stehst. Z.B. in der Medizin. Dann musst du mit diesem Fachwörter benutzen, insofern du die gleiche Haltung wie die Mediziner selbst sind.


Deafculture is in my Heart!



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Hallo
Hier wird immer so getan als wenn Pnin etwas gegen die Gehörlosen kultur hätte. Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Pnins Frage zielte in eine ganz andere Richtung wird aber nun nur noch als Angriff verstanden.
Pnin ist selber physisch taub warum sollte er also GL schlecht machen wollen?
Die Fragestellung war ganz allgemein gedacht als Diskussionsbasis zum Thema Baby Design. Das wird hier anscheinend gar nicht mehr berücksichtigt.
Die Frage hätte auch lauten können "Ist es erstrebenswert blind zu sein?".
Ich denke diese Frage wäre mit weniger Befangenheit und mehr Objektivität diskutiert worden.
Die Antwort wäre aber dann aber auch für "taub" gültig.
Denn auf dem kleinsten Nenner den Pnin in seiner Fragestellung absichtlich betont und gefordert hat, nämlich die blosse Betrachtung des Sinndefizits unabhängig von daraus entstehenden Besonderheiten in Kultur und Kommunikation, gibt es keinen Unterschied zwischen blind und taub in diesem Kontext.

Allerdings sind wir hier anscheinend nicht in der Lage gedanklich diese Trennung von Kultur/Sprache einerseits und physischem Mangel andererseits durchzuführen. Pnins Frage ist daher eine rein theoretische Frage die in der Praxis wohl nicht so einfach gestellt werden kann. Das wird in diesem Thread klar. Nichtdestotrotz sollte man akzeptieren das die Frage bewusst obige Einschränkung hatte und man Pnin deshalb absolut nicht vorwerfen darf er wäre ein Deaf-Kultur Kritiker.

lg, Late


Anyway the wind blows...



gehörlosenfreak
gehörlosenfreak



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@Pnin
Zitat:
Du willst mit Deiner Signatur provozieren und es ist Dir letztlich
egal, wie frisch ertaubte darüber denken!

Pnin, es heisst ich soll dir unterstellt haben, du hast was gegen die Taubheit.
Und du meinst mir soll es egal sein, was frisch ertaubte über "audiophob"
denken?
Gilt diese "Mißverständnis" nicht auch für die Frage "Ist Taubheit
erstrebenswert?"

Ich weiss dir geht es nicht um die Frage ob die Taubheit erstrebenswert sei
im Sinne ob es in Ordnung ist, taub zu sein. Aber trotzdem wirft diese
Frage ein dämmerndes Licht auf das Leben eines tauben Menschen, die
(trotzdem) damit leben (müssen).
Bei den Blinden bin ich mir sicher, gibt es auch diejenigen die denken, dass
sie Blindheit erstrebenswert ist, weil sie ihr Leben aus einer völlig anderen
Perspektive sehen, als Sehende und auch später erblindete. Aber das kann
auch nur wirklich ein "Betroffener" selbst beurteilen. Spätertaubten nicht,
weil die schon mal gehört haben und ebenfalls taube Menschen, die ein
Leben führen mussten, die soviele Konfrontationen erlebt haben - die sie
zu einer Lebenseinstellung führten, lieber hörend zu sein.

Es ist daher unvermeidlich, dass bei den "Betroffenen" Reaktionen
hervorkommen, die auf deiner Frage defensiv reagieren, weil nämlich auch
welche gibt, die einfach so sehen, dass an der Taubheit nichts
verwerfliches sehen. Und dass sie denken, "Designerbaby" könnte man
auch die Taubheit erstellen.

@Late, ich finde es ist wirklich schwierig, sachlich und objektiv nach Pnin's
Frage zu diskutieren, daher darf man nicht erwarten, dass alles nach Pnins
Vorstellung geht, auch "nur" auf sachlicher Ebene zu disktutieren.
Es gibt taube Menschen unter uns, die einfach es sehen wollen, dass ihr
Leben "doch" wert ist - aus Trotz, Frust oder was auch immer. Und eben
diejenigen die Uwe angesprochen hat, ich zähle mich zu diesen Menschen,
wo ich es sehe, dass es erstrebenswert ist, taube Menschen auf die Welt zu
bekommen, die auch so leben könn(t)en wie ich.

Zu deiner Frage: "physischem Mangel". Wie definieren taube Menschen
die mit der Taubheit kein Problem haben und es als teil ihres Lebens sehen?
Glaubst du wirklich es ist für sie ein "physischer Mangel"? Ich denke nicht
und diese taube Menschen, halten die Kultur/Lebensweise mit dieser
Taubsein unzertrennlich. Die Frage kann man daher in dem Fall auch schon
nur "theoretisch" gar nicht stellen...

@uwe
Zitat:
Akzeptanz vom eigenen Leben, durch Tiefen gehen, Schönheiten
finden, wenn etwas erstrebenswert ist, dann d a s.

stimmt. Du hast es besser erklärt. Ich bin leider nicht des glasklares,
strukturiertes Denken mächtig, diese auch so klar niederzuschreiben. Dank
dir auch für dein Posting
:)

@ll
ich möchte als Moderator, auch darauf hinweisen, dass Pnin keineswegs
was gegen die Gehörlosenkultur hat oder taube Menschen! Wir alle sollten
auf der Diskussionebene bleiben, was man für eine Meinung davon hat, ob
die Taubheit erstrebenswert ist.
Wie wir alle unsere Taubheit (bzw. Schwerhörigkeit, "Andershörigkeit" von
CI-Trägern) erleben, sehen wir aus viele unterschiedliche Perspektive.


lg deafmax


---
Ich bin taub, ergo bin ich.



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Ich glaube, ich habe die Antwort, die Pnin erwartet hätte:

Pnin: Wenn man die Gebärdensprache und die dazu gehörige Kultur also weglässt, was bleibt dann?
Ist es dann auch erstrebenswert, taub zu sein?


Pathologische Taubheit a lá Defizit: NEIN!





Kulturelle Taubheit: JA! (kein Defizit mehr, weil DGS und Kultur der „5. Sinn“ ist)


Pnin: Meines Erachtens ist es nämlich so, dass die Gebärdensprachen und die Gehörlosenkultur nicht zwingend mit
Taubheit verknüpft sind. Gebärdensprachen können auch von hörenden Menschen benutzt werden - unzählige CODAs
und Gebärdensprachdolmetscher geben davon ein beredetes Zeugnis ab.


Ohne die taube Menschen gäbe es keine CODAs, DGS-Dolmis und natürlich auch keine Taubseinskultur! Ist logisch, oder?!


______________________________________
Was ich nicht weiss, weiss www.google.de ;-)



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Dr. Null, Deine letzte Aussage ist nur bedingt logisch. Sie ist logisch, wenn man sich auf die Vergangenheit, die historische Entwicklung bezieht. Im Hinblick auf die Zukunft ist sie es nicht mehr, weil ich bislang kein überzeugendes Argument gelesen habe, welches belegen würde, dass die Gebärdensprachkultur nur von "pathologisch tauben" (Deine Wortwahl) übermittelt, kultiviert werden könnte.

Im übrigen empfinde ich den Begriff der "Taubseinskultur" als diskriminierend gegenüber all jenen Menschen, die zwar taub sind, aber - aus was für Gründen auch immer - sich nicht zur Gehörlosen- oder Gebärdensprachkultur zugehörig fühlen.

Pnin



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In den neunziger Jahren des 17. Jahrhunderts lebten in Martha’s Vineyard ca. 25% taube Menschen auf der (hörende)
Insel und die ganze Bevölkerung lernte die Gebärdensprache.
Als der letzte taube Mensch 1952 gestorben war, ist die Gebärdensprache noch für eine lange Zeit erhalten geblieben.
Heute – 2008 – ist dort die Gebärdensprache verschwunden.

Überzeugendes Argument gibt’s da ein Buch von Nora Ellen Groce „Jeder sprach hier Gebärdensprache.

"Taubseinskultur" als diskriminierend? Aus was für Gründen? Weil sie nicht gebärden können? - Nein, das ist kein Grund!
Gebärdensprache KANN man lernen, wenn die Sehfähigkeit nicht eingeschränkt ist.

Wer nicht gebärden und nicht zur Taubseinskultur zugehörig sein will, hmm...?


______________________________________
Was ich nicht weiss, weiss www.google.de ;-)



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Zitat:
"Taubseinskultur" als diskriminierend? Aus was für Gründen? Weil sie nicht gebärden können? - Nein, das ist kein Grund! Gebärdensprache KANN man lernen, wenn die Sehfähigkeit nicht eingeschränkt ist

Also ist die Gehörlosenkultur doch nicht daran gebunden, dass man physisch taub ist?

Pnin.



Spitzenmitglied



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Ich glaube nicht, das Gl-Kultur und DGS in heutiger Form erhalten
bleiben, wenn es irgendwann in Zukunft keine tauben Menschen gibt.
Vieleicht bleibt DGS als eine Art Kunst erhalten für Theater und
wird von wenigen Menschen in Vereinen als Hobby gepflegt.
Es gibt ja heute schon in verschiedenen Städten Gruppen von
Hörenden, die sich regelmässig zu Gebärdensprach-Abenden oder
Stammtischen treffen und keine oder nur seltene Kontakte zur
Gl-Kultur.
Die Gl-Vereine ohne taube Mitglieder werden dann nur noch so
ähnlich sein wie heute Indianer- und Westernclubs.
Diese Hobby-Indianer haben so gut wie keinen echten Bezug zum
Leben der Indianer.

Viele Kulturen und Sprachen sind im lauf der letzten 4000 Jahre
entstanden und wieder verschwunden.
Man kann den Lauf der Geschichte und wissenschaftlichen
Fortschritt nicht aufhalten.
Irgendwann sind DGS und Gl-Kultur nur noch Geschichte wie
heute die altgriechische Kultur und Sprache.



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Ob Taubheit erstrebenswert ist? [roll]
Nein!

Taubheit sucks!

Sonst hätten sich die CI-Träger Pnin, gulfair, Dr.Null und Karlchen Brown nicht unters Messer gelegt, damit sie (wieder) hören können! Was denn sonst?!



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Die Existenz und das Fortbestehen der Taubseinskultur ist mit "physisch taub" gebunden.
Die "Besucher" zu der Kultur müssen nicht unbedingt taub sein. (hörende Lebenspartner einer Tauben, CODA's, SH...)

Ist das eine Antwort, Pnin?


LB, mein CI ist schon vor 25 Jahren entsorgt und als Bübchen lebte ich nur unbewusst in meiner Welt. [wink]


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Was ich nicht weiss, weiss www.google.de ;-)



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Pnin,

du schriebst, daß du dich als Spätertaubter diskriminiert fühlst, wenn wir von unserer Kultur sprechen.
Zitat:
Im übrigen empfinde ich den Begriff der "Taubseinskultur" als diskriminierend gegenüber all jenen Menschen, die zwar taub sind, aber - aus was für Gründen auch immer - sich nicht zur Gehörlosen- oder Gebärdensprachkultur zugehörig fühlen.

Das Problem ließe sich ganz einfach lösen, wenn wir von "Gebärdensprachkultur" sprechen würden. Das wird auch schon diskutiert, vom DGB, Bengie hier in einem Thread, etc...

b.



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Berenice, dann tut doch das bitte! Mit dem Begriff der Gehörlosenkultur oder Gebärdensprachkultur hätte ich kein Problem!

Pnin



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Pnin,

du schriebst:

Zitat:
Dr. Null, Deine letzte Aussage ist nur bedingt logisch. Sie ist logisch, wenn man sich auf die Vergangenheit, die historische Entwicklung bezieht. Im Hinblick auf die Zukunft ist sie es nicht mehr, weil ich bislang kein überzeugendes Argument gelesen habe, welches belegen würde, dass die Gebärdensprachkultur nur von "pathologisch tauben" (Deine Wortwahl) übermittelt, kultiviert werden könnte.


Unverstädlich, was du damit ausdrücken willst.

So verstehe ich es: du denkst, die Gebärdensprache wird nicht aussterben, auch wenn es keine Gehörlosen mehr geben wird? Da es keine Belege dafür gibt, daß die Gebärdensprache nicht auch von Hörenden erhalten werden könnte?

b.



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Annähernd korrekt!

Pnin



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Die zukünftige Fachwort "Gebärdensprachkultur" muss ich mich der Definition sehr kritisch ansehen. Den die visuelle-orientierte Menschen sind die Grundlage dafür, dass sie dadurch die Gebärdensprache stabiliseren können. Ohne diese Menschen schwinden die Gebärdensprache. So wie das Buch, die von "Dr.Null" erwähnt wurde.

Die visuelle-orientierte Menschen sind die Menschen die durch die Augen lernfähig sind in Gebärdensprache zu kommunizieren. Klar ist es dass die meisten davon die Gehörlosen Menschen sind. Doch das steht unter dem Einfluss infrage, beispielweise LKHV. Es kann aber auch die andere medizinische Fachbegriff sein, wie Spät- od. Frühertaubte, CI-Träger und Schwerhörige sein, nur darunter, dass Sie durch den visuelle Orientierung die Lernfähigkeit herausbilden werden können.


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Sollte man sich nicht darüber im Klaren sein, dass der Begriff der "visuellen Orientierung" nicht ausschließlich auf gehörlose, ertaubte oder schwerhörige Menschen angewandt werden kann? Die Erfahrung zeigt, dass es Menschen gibt, die eher über den auditiven Kanal lernen und solche, die Dinge über den visuellen Kanal aufnehmen und lernen - unabhängig vom Hörstatus.

Pnin



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Wie kannst du dann messen? Das ist die Geisteswissenschaft und sind nicht wie in der Mathematik. 1+1=2 sondern 1+1=1


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Häh? Ich kann Deinem Argument nicht folgen! Was willst Du damit sagen? Der Verweis auf die Mathematik ist a.) unklar und b.) unpassend, da c.) nicht von mir ins Spiel gebracht.

Pnin



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gehörlosenfreak



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@gulfair
Zitat:
1+1=2 sondern 1+1=1

Der Meinung bin ich nicht. 1+1=1 ist die derzeitige Formel der
Gemeinschaftsphilosophie die wir alle zu verfolgen versuchen.
Also die Integration, Anpassen von einer Seite zum Anderen
eher dem "Größeren".
Viel mehr im Sinne ist es 1+2=2.
Aber wichtiger wäre dass man gegenseitig akzeptiert wie der andere ist.
Also genau wie mathematisch dargestellt wäre mit der Integration
alle gut aufgehoben, dazu gehört allerdings eine große Portion Respekt
und Akzeptanz. Oft können Menschen Andersartigkeiten nicht wirklich
akzeptieren, weil es Ungewohnheit, "eine Veränderung", für sie
Mehraufwand etc. bedeutet.

lg deafmax


---
Ich bin taub, ergo bin ich.



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1+2=2 ??? Eine schwere Mathe.
„DREI Taube haben ZEHN Meinungen.“ hörte ich von einem Hörenden, der mit Tauben zu tun hatte.
Aber von Hörenden erlebte ich im Durchschnitt oft je SIEBEN Meinungen. :D


„Das Universum denkt mit der Hand.“ (Fise)



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Pnin,

möchtest du uns folgendes sagen: " Ihr braucht keine Angst zu haben, daß die Gebärdensprache ausstirbt,wenn es keine GL mehr gibt, da das nicht belegt ist, also könnt ihr euch ohne Sorge alle der CI Operation unterziehen, da Taubheit nicht erstrebenswert ist." ????

So sieht für mich deine Meinung aus, wenn ich deine Postings lese.

:( :( :( :( :(

b.



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Berenice, wenn ich Dein Posting lese, muss ich an den Kabarettisten Jürgen Becker denken: Da wissen Sie mehr als ich

Ich finde es erstaunlich-befremdlich, was hier alles in Postings hinein gelesen wird, auch wenn es gar nicht geschrieben wurde. Frau Kestner hatte das weiter oben ja auch schon demonstriert. Nimm doch einfach das, was ich schreibe als Diskussionsgrundlage und nicht das, was Du meinst, dass ich gedacht haben könnte ohne es aber zu schreiben. Richtig ist nur die erste Hälfte Deines Satzes, dass ich optimistischer bin, was die Weitervermittlung der GS angeht. Die Konsequenzen ... das ist auf Deinem Mist gewachsen und ich spekuliere lieber nicht über Deine Motive. Mache Dir die Mühe und versuche a.) das zu lesen was ich schreibe und b.) mal im Forum nach meinen Aussagen zum CI zu suchen. Vielleicht lässt sich dann eine Diskussionsgrundlage finden.

Pnin



Spitzenmitglied



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Deafmax hat einen guten Grundsatz für alle gepostet:
Jeder kann zum Thema seine eigene Meinung schreiben.

Einige TeilnehmerInnen verwenden die Wörter "wir" und "uns".
Das ist kein guter Stil!
Es ist unklar wer alles zu diesem "wir" oder "uns" gehört.
Und es ist auch kein guter Stil, auf Beiträge anderer Teilnehmer mit
"warum denkst Du ....." oder "willst Du damit sagen das......"
zu antworten.
Wem eine andere Meinung nicht gefällt, kann seine eigene Meinung
dagegen schreiben, nicht erst in die Postings anderer etwas
interpretieren was nicht gesagt wurde.



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@Pnin
Zitat:
Die Erfahrung zeigt, dass es Menschen gibt, die eher über den auditiven Kanal lernen und solche, die Dinge über den visuellen Kanal aufnehmen und lernen - unabhängig vom Hörstatus.

Sorry, wenn ich nicht so genau interpretiert habe. Nochmals zurück zu meine Thema. Ich bin mit deinem Erfahrung geeignet (denselbe haben wir auch und wir diskutieren in meinem Lande) und ich würde es gerne zu diese Wortwahl reformieren. Jedoch muss man Wissenschaft schreiben können und Dokumente und Forschungen beweisen können oder wenn ihr noch Kraft übrig haben, Projekte/Vorträge zu starten und zu überzeugen, ist mir egal. Oder haben diese Wortwahl schon Wissenschaftliche Ergebnisse ergeben?

Doch etwas ist mir enorm wichtig:
Da die Mediziner die Messgerät haben, wann die Medizinier an die Patienten mit das Wort "Gehörlose, Ertaubte, Schwerhörige usw." stempeln können, bräuchten wir auch ein Messgerät um zu festzustellen, ab wann die Menschen mit visuelle Lernkanal fähig sind und mit auditive Lernkanal.
Denn "Hören" können jeder CI-Träger, aber die auditive Lernkanale können nicht alle CI-Träger, die 100% Wortschatz durch die Ohr ohne Augenhilfe absehbar ist. Das gilt auch für Schwerhörige mit unterschiedliche hörstatus.


Deafculture is in my Heart!



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CharlyBrown

Meine Meinung zu DEINEM Posting: Hier in diesem Forum schreiben Menschen, deswegen ist es okay wenn wir DU oder WIR benutzen. Wenn DU lieber unpersönlich und technokratisch schreiben möchtest, gehe zu emotionslosem Roboter-Forum.

b.



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@berenice

das "DU" und auch die "Persönlichkeit" will dir keiner verbieten, les einfach nochmal genauer was Charly so schreibt. :D


Anyway the wind blows...




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